Übersicht: Wir über uns: Museum
Inhalt
Aus unserem Museum (Teil 1, 1981-1989)
Teil 2 (1987 - 1992)
Teil 3 (1992 - 1998)
Teil 4 (1999 - 2005)
Teil 5 (2006 - 2013)
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Hier auf der "Museumsseite" erzählen wir, womit wir uns im vorigen Jahrtausend die Zeit vertrieben haben.... Um nicht ausschließlich Leiterplatten abzubilden, tun wir dies anhand der Anzeigen und Veröffentlichungen, die von uns erschienen sind.

Es war im Spätsommer 1981, als sich die ersten potentiellen Kunden der Guntram Kobbe und Reinhard Wilckens GdbR (das 'S' von KWS war unser damals so genanntes Hardware-Genie Stephan Schulz) zwecks Vorführung einer EB68000 CPU1 ankündigten. Sie reisten dazu extra aus den Niederlanden an, und in letzter Minute mußte erst noch ein Schild beschafft und an der Studentenbude befestigt werden....
Es ist zu vermuten, daß der Besuch einen gehörigen Schreck bekam, als er in die Räumlichkeiten in der Belfortstraße 6 in Karlsruhe geleitet wurde, aber einige Zeit später erreichte uns doch noch eine Bestellung aus Holland.
Original-Schild. Lack auf korrodiertem Aluminium, circa 1981.
Da hatten wir aber schon mehrere (!) andere CPUs ausgeliefert, denn unsere erste Anzeige - schwarzweiß und in 'CHIP' erwies sich als unerwarteter Erfolg. Es wird aber wohl weniger an dieser Anzeige gelegen haben als an dem Umstand, daß zu dieser Zeit viele Anwender geradezu händeringend auf Hardware auf Basis des 68000 Prozessors warteten. Immerhin war er schon 1979 offiziell von Motorola angekündigt worden, aber noch gab es so gut wie keine lieferbare Hardware und schon gar keine Software dafür. Wir konnten liefern und hatten sogar einen Assembler plus Editor im EPROM - man höre und staune. Eine ganze Seite in CHIP (1981): unser erstes Lebenszeichen.
Erster Auftritt mit DRAM-Karte 1982
In der Folgezeit wuchs das Angebot - man konnte es schon beinahe ein Programm nennen. So gab es statische und dynamische Speicherkarten (letztere bestückt mit hochmodernen 64 KBit-Bausteinen), I/O-Baugruppen, und der Mini-Cassettenrecorder als Massenspeicher wurde abgelöst von einem Floppy-Controller nebst Laufwerken. Selbstverständlich 8"-Laufwerke, pro Stück 5 Kilo und DM 1.500,-- netto (Einkaufspreis). Wichtige Voraussetzung übrigens für den Einsatz unseres eigenen Betriebssystems SUSY, dessen Entwicklung kurz vor dem Abschluß stand.

Inzwischen waren wir nach Ettlingen umgezogen (Juni 1982), firmierten als GmbH und machten insgesamt einen präsentableren Eindruck. Die Anzeigen dagegen waren zu dieser Zeit hauptsächlich sogenannte "Quickies" in der ELEKTRONIK, die den Eindruck von Aktualität vermittelten, vor allem aber den Vorzug eines günstigen Preises hatten.


Der nächste wichtige Schritt war die Entwicklung des Einplatinencomputers SAM 68K, der ein vollständiges System auf einer Platine werden sollte: genug Speicher (anfangs 256 KByte) und Schnittstellen und sogar eine hochauflösende Grafik mit bis zu 512 x 512 Pixeln. 
Begleitet wurde dieser Schritt vom Entschluß, mit der Anzeigengestaltung nun endlich Profis in Gestalt einer Werbeagentur zu betrauen. Das erste (mühsame) Ergebnis dieser Zusammenarbeit war der Slogan "Know-How. Präzision. Funktion", der offensichtlich vor Intelligenz nur so sprüht und hausintern Anlaß zu endlosen Abwandlungen gab, die meist auf "Bus Error" endeten.

Alles nur Gemeinheiten!
Know How. Präzision..... von 1983
Mond mit Tischgehäuse: Sommer '83
Mittlerweile ging auch die Entwicklung weiter: 
neue Betriebssysteme, die ersten 5.25"-Festplatten (zunächst mit 5 MB) und ein selbst konstruiertes Tischgehäuse ganz aus Aluminium.

Zum dümmlichen Slogan wiederum die Wolke, und noch dazu ein stilisierter Mond. 
Letzterer brachte uns einen Bericht im "STERN" ein, in dem fern aller Tatsachen fabuliert wurde, daß unser System speziell für astronomische Berechnungen geeignet sei...
...Unser armes Telefon glühte förmlich vor nutzlosen Anfragen. 

Zum System gehörte damals immer eine RAFI-Tastatur mit Hall-Effekt-Tasten: sehr teuer, aber (auch heute noch) sehr empfehlenswert!


Des großen Erfolges wegen haben wir dann gleich noch ein 19"-Gehäuse dazugebaut: sah aus wie ein Backofen mit eingebauter Mikrowelle, war ungefähr genauso groß und doppelt so teuer.

SAM 68K konnte inzwischen mit 640 KB RAM bestückt werden, die ein kleines Vermögen kosteten, weil die ersten IBM-PCs auf den Markt gekommen waren und mit ihnen die Mutter aller Speicherkrisen.

Im Bild auch ein 12"-Monitor von CA&G mit lang nachleuchtendem P39 Phosphor zwecks Unterdrückung des Geflimmers in der damals üblichen 50Hz - Betriebsart mit Zeilensprung.

Eine höhere Rechenleistung hat auch heute noch keine Mikrowelle.
SAM-II/68K, maßstäblich leicht vergrößert.
1986 sieht eine erneute Erweiterung unserer Geschäftsräume und dazu einen neuen Einplatinencomputer namens SAM-II/68K, den wir der Einfachheit halber mit dem Hinweis anpreisen, er habe 'alles drauf'. 
Da diese Platine wirklich über erschreckend viele hochentwickelte und auch kostspielige Funktionen verfügt, muß entsprechend viel Text auf das Bild, den niemand lesen mag. 
So kommt es, daß nur wenige erfahren, was für eine großartige Baugruppe unser SAM-II ist....

Die silbrigen Chips rechts unten sind übrigens die allerersten 1MBit-DRAMs. 

1985: unser Fotograf hat sich die Nägel geschnitten.
Knapp davor ist unsere erste CPU mit dem neuen 68020 Prozessor erschienen, was einen deutlichen Leistungsfortschritt bedeutet. Insbesondere der nun erstmals verfügbare 68881 Arithmetikprozessor, der eine echte 80-Bit-FPU in Hardware realisiert, trägt dazu bei. Darüber freuen sich zunächst unsere Kunden im wissenschaftlichen Bereich, weil sie während ihrer Berechnungen nicht mehr so viel Kaffee trinken müssen.

Dennoch ist zu beobachten, daß sich unser Kundenkreis langsam weg von der Wissenschaft und hin zu industriellen (OEM-) Anwendungen verschiebt.


Noch mehr Funktionen: Der SAM-II Einplatinencomputer kann mit der 68020 CPU als Doppelprozessorsystem konfiguriert werden, wobei sich der SAM-II um die Verwaltung der Ein-/Ausgabe kümmert - wofür er mit einem eigenen Grafikprozessor und 8 intelligenten DMA-Kanälen gut gerüstet ist.

Diese Systeme markieren einen vorläufigen Höhepunkt der Rechenleistung und einen absoluten Höhepunkt des Systempreises.....

Erweiterter Temperaturbereich ist Option!
Stolz des Hauses!
Zwei Jahre später folgt die Krönung der SAM 68K-Baureihe: SAM-III/030 mit dem neuen MC68030 Prozessor.
Mehr Speicher, mehr Cache und deutlich höhere Taktfrequenzen ermöglichen nochmals eine wesentliche Steigerung der Leistung. Noch über zehn Jahre später wird dieser Prozessor (wenn auch nicht diese Baugruppe) unser am meisten verkaufter sein. 

Inzwischen sind DRAMs mit 4 MBit der Standard, und ein Maximalausbau von 32 MB auf dieser Karte läßt den Adreßraum des Prozessors längst nicht mehr so riesig aussehen wie früher. 
Und mit seiner komplexen Busarchitektur ist das der leistungsfähigste "Dreißiger", den wir je gebaut haben.


Man muß nur etwas Sonderbares tun, und schon wird man berühmt: Diese Kreation aus Teakholz mit einem SAM-III als Innenleben bringt uns 1989 nicht nur europaweit Beachtung ein - auch der SPIEGEL gibt uns die zweifelhafte Ehre - sondern natürlich auch viele Anfragen nach unserem vermeintlichen PC sowie Post von 'Baumschützern', denen der Unterschied zwischen Teak und Mahagoni nicht ganz klar ist. 

Ein Sturm im Wasserglas, denn an eine Serienproduktion hatten wir nie gedacht: Dieser Portable entstand auf Wunsch eines  Kunden, dem wir einfach nichts abschlagen konnten.
Aber dennoch: Als das System erschien, war es leistungsstärker, leichter und sogar preiswerter als die japanische Konkurrenz - was man angesichts der 10 kg und DM 23.000,--  heute kaum noch glauben mag.

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